Nach der Fusion der zwei ehemaligen Samtgemeinden Himmelpforten und Oldendorf im Jahr 2014 mussten sich auch die Feuerwehren neu orientieren und arrangieren.
Zwölf Jahre später kann festgestellt werden, dass die Feuerwehren sich durch einen starken Zusammenhalt auszeichnen.
Gemeindebrandmeister Malte Gooßen, der erst vor einigen Tagen für weitere sechs Jahre als Führungskraft wiedergewählt worden war, verwies in seinem Jahresbericht auf die vielfältigen Aufgaben der Feuerwehren, die nur durch gemeinsame Kraftanstrengungen bewältigt werden können.
„Die dicken Brocken können wir nur durch den Zusammenhalt aller Beteiligten bewegen!“, betonte Gooßen.
Dank der starken Leistungen der freiwilligen Feuerwehrleute und Dank der Unterstützung durch die Familien, Unterstützer, Mitbürger, Politik, Rat und Verwaltung hat sich die Samtgemeinde Feuerwehr zu einer leistungsfähigen Organisation entwickelt, die das Wohl der Allgemeinheit als gemeinsames Ziel nie aus den Augen verliert.
Im Jahr 2025 konnten die Einsatzkräfte der Samtgemeinde 103 Personen aus misslichen Lagen befreien oder anderweitig Hilfe leisten.
Leben wurden gerettet aber leider konnte vier Menschen nicht mehr geholfen werden.
Der stellvertretende Gemeindebrandmeister Thorsten Raap berichtete über das Einsatzgeschehen im Jahr 2025.
Statistisch gesehen war das vergangene Jahr für die Feuerwehren ‚normal‘ mit überwiegend durchschnittlichen Einsatzzahlen in den meisten Kategorien.
Auffällig war, dass es zur Unterstützung von Polizei und Rettungsdiensten im Vergleich zu früheren Jahren zu einer vermehrten Zahl von Türöffnungs-Einsätzen, die teilweise technisch herausfordernd waren, kam.
Zunehmend macht sich bemerkbar, dass vermehrt alleinstehende Menschen in Notlagen geraten und Hilfe benötigen.
Die AED-Gruppen der Feuerwehren, die bei medizinischen Notfällen zum Einsatz kommen und dabei auch Notärzte und Rettungsdienste unterstützen, erleben teilweise „schlimme Sachen“, erläuterte Raap.
Nach Einsätzen gibt es für jede Einsatzkraft die Möglichkeit im Nachhinein durch Gespräche Hilfe nach belastenden Einsätzen zu finden.
Entweder geschieht dies in interner Runde oder durch Hinzuziehung von Notfallseelsorgern.
Im Mai 2025 führte ein Großfeuer in Gräpel zu langwierigen Löscharbeiten.
Dank der Hilfe von Feuerwehren aus Elm und Bremervörde sowie der Unterstützung durch eine Reihe von Feuerwehren aus der eigenen Samtgemeinde konnte das Feuer, das durch brennendes Heu verursacht worden war, nach vielen Stunden erfolgreich gelöscht werden.
Im September konnte ein Feuer auf dem Gelände eines Recycling-Betriebes in Düdenbüttel durch gemeinsame Kraftanstrengungen und gute Koordination schnell unter Kontrolle gebracht und gelöscht werden.
Ebenfalls im September ereignete sich ein schwerer Verkehrsunfall.
Der Fahrer eines Autos, das zwischen Oldendorf und Heinbockel bei Sunde gegen einen Baum geprallt war, konnte aus seinem stark deformierten Unfallfahrzeug befreit und mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert werden.
Hierbei handelte es sich um eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, die Dank des Könnens und der hervorragenden Leistungen der Feuerwehren Heinbockel, Himmelpforten und Oldendorf in Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten erfolgreich abgeschlossen werden konnte.
Die Feuerwehr Himmelpforten geriet in 2025 zweimal in die Schlagzeilen der überregionalen Presse.
Der Einsatz an einem defekten Snack-Automaten, durch den eine Mutter und ihr Kind einen Stromschlag erlitten hatten und der Brand eines als ‚Love-Mobil‘ bekannten Wohnwagens in Himmelpforten fanden besondere Beachtung seitens der Boulevard-Presse.
Atemschutzgeräteträger aus der Samtgemeinde waren abgesehen von den zahlreichen Einsätzen und Übungen im eigenen Bereich auch im Nachbarkreis Cuxhaven aktiv.
Besonders erwähnenswert war der mehrstündige Einsatz beim Großfeuer einer Fleischerei in Hemmoor-Warstade.
Laut Thorsten Raap konnten alle Einsätze und zehn Alarmübungen auch aufgrund der guten Ausbildung solide und erfolgreich abgearbeitet werden.
Malte Gooßen konnte zum Ende des Jahresberichts eine positive Nachricht verkünden.
In 2026 wird die zweite Kinderfeuerwehr in der Samtgemeinde mit Namen ‚Lüttje Wehr Oste‘ gegründet, die an die Feuerwehr Gräpel angegliedert sein wird.
Am 31.12.2025 gab es vier Mädchen und 11 Jungs in der bisher einzigen Kinderfeuerwehr Himmelpforten.
Kinder- und Jugendfeuerwehren sind aus der Samtgemeinde nicht mehr wegzudenken.
Insgesamt 36 weibliche und 71 männliche Mitglieder waren am Jahresende in den fünf Jugendfeuerwehren als Mitglieder gemeldet.
Ende des Jahres gab es 218 Mitglieder in den Alters- und 45 Mitglieder in den Ehrenabteilungen.
In den Einsatzabteilungen waren 681 Kameradinnen und Kameraden (693 in 2024) in den 18 Ortsfeuerwehren aktiv.
Malte Gooßen schloss seinen Bericht mit den Worten:
„Wir zusammen: 1066 Kids, Jugendliche und Erwachsene! Zusammen ….“
Die Funktionsbeauftragten gaben anschließend in ihren Berichten einen Überblick über die vielfältigen Aktionen, Ausbildungen, Ausflüge, Leistungsvergleiche, Dienste, Übungen und Einsätze sowie personelle Veränderungen in ihren Verantwortungsbereichen.
Über Einsätze, Anschaffungen, den Stand der Ausbildungssituation und sonstige Veränderungen bei der Kreisfeuerwehr berichtete der stellvertretende Kreisbrandmeister Thorsten Hellwege.
Anschließend wurden eine ganze Reihe von Ehrungen und Beförderungen vorgenommen.
Thorsten Hellwege, der stellvertretende Abschnittsleiter Nord Danny Waltersdorf und Malte Gooßen mit seinem Stellvertreter Thorsten Raap sowie Samtgemeindebürgermeister Holger Falcke beglückwünschten die Geehrten und Beförderten und überreichten Urkunden und Auszeichnungen.
Till Wichern wurde als neuer stellvertretender Ortsbrandmeister der Feuerwehr Hagenah vorgestellt, nachdem sein Vorgänger Lars Schomacker nicht mehr zur Wahl angetreten war.
Lars Schomacker war seit 2005 als stellvertretender Ortsbrandmeister im Amt gewesen und hatte sich wegen seines langjährigen Engagements für die Feuerwehr und für die Allgemeinheit verdient gemacht.
Himmelpfortens stellvertretender Ortsbrandmeister Michael Rother wurde nach 14 Jahren in seinem Amt verabschiedet.
Der neue Amtsinhaber Carsten Heins erhielt genauso wie eine ganze Reihe weiterer Führungskräfte ihre Ernennungsurkunden, nachdem sie neu bzw. wiedergewählt worden waren.
Holger Falcke hatte zuvor in seinen Grußworten die besonders gute Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung und Feuerwehrführung in der Samtgemeinde gelobt und die Wichtigkeit der Feuerwehren als tragende Säule der Gemeinschaft gewürdigt.
„Mein Dank geht insbesondere an alle 18 Ortsfeuerwehren. Eure schnelle, professionelle Hilfe ist und bleibt unverzichtbar.“, betonte Falcke.
„Insgesamt engagieren sich jetzt mehr Mitglieder in den 18 Wehren als noch im Jahr 2014 bei der Gründung der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten.“
Die Tatsache, dass das Land Niedersachsen seine Ausbildungsleistungen zunehmend verringert hat, hat zwangsläufig zu einer Übernahme von Feuerwehrt-Fortbildungen durch die kommunalen Kräfte geführt.
Zusammen mit einem wachsenden Aufgabenkatalog für die Feuerwehren entstehen somit weitere finanzielle Belastungen für die Samtgemeinde, die sich jedoch im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten weiterhin um die bestmögliche Unterstützung für die Feuerwehren bemüht.
Für das neu geplante Gerätehaus der Feuerwehr Oldendorf sind seitens der Samtgemeinde für die nächsten Jahre Ausgaben in Höhe von etwa 5 Millionen Euro vorgesehen.
Parallel dazu werden Anschaffungen von neuen Einsatzfahrzeugen, Gerätschaften und persönlichen Schutzausrüstungen geleistet.
Mit einem persönlichen Rückblick schloss Holger Falcke seine Grußworte ab.
Im Jahr 2000 hatte er erstmals, damals noch als Samtgemeindebürgermeister der Samtgemeinde Himmelpforten, an einer offiziellen Übergabe eines neuen Feuerwehrfahrzeugs teilgenommen.
In Kranenburg erfolgte jetzt nach 26 Jahren im Amt seine letzte Teilnahme an einer Feuerwehr- Jahreshauptversammlung.
„In Erinnerung bleiben das gemeinsame Engagement sowie die offene, verlässliche Zusammenarbeit geprägt durch gegenseitigen Respekt. Eine solide Basis zur Bewältigung der Aufgaben zum Schutze und Wohle der Allgemeinheit. Der gemeinsame Weg wird unvergessen bleiben.“, sagte Falcke und wurde dafür mit stehendem Applaus bedacht.
Kranenburgs Bürgermeisterin Margitta Bertram zeigte sich in ihren Grußworten beeindruckt davon was die Feuerwehren leisten:
„Euer Engagement ist von unschätzbarem Wert. Ihr seid mutig und verlässlich und ihr verdient großes Lob und Dank in Zeiten des Egoismus. Ich hoffe, dass Euch immer genügend Respekt entgegengebracht werden wird.“
Frank Wassermann nutzte als Feuerschutzausschussvorsitzender die Gelegenheit den Feuerwehren im Namen von Politik und Bevölkerung Dank für ihre Leistungen auszusprechen. „Viele Dinge haben wir gemeinsam umsetzen können.“, betonte er im Hinblick auf die bereits erfolgten und auch auf den Weg gebrachten Investitionen für die Samtgemeinde Feuerwehren.
Besondere Freude und Genugtuung bei den versammelten Feuerwehrleuten lösten die Schlussworte von Thorsten Raap aus.
Er übermittelte den Dank des in Oldendorf-Sunde verunfallten Autofahrers an das Team der Feuerwehren, das ihn aus dem Fahrzeugwrack gerettet hatte.
Der Mann, der sich nach Klinik- und Reha-Aufenthalten auf dem Wege der Genesung befindet, wollte zum Ausdruck bringen, dass er den Feuerwehrleuten „super dankbar“ für seine Rettung ist.
Die Dankbarkeit von Mitmenschen für Leistungen von Feuerwehrleuten ist sicherlich ein großer Ansporn für die ehrenamtlichen Helfer sich weiterhin in einer Feuerwehr zu engagieren.
Die Stärke und die Leistungsfähigkeit der Feuerwehren basieren jedoch zu einem großen Anteil auf ihren Zusammenhalt getreu dem Motto „Feuerwehr - Stark durch Zusammenhalt“.
Für die Feuerwehren in der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten jedenfalls passt dieses Motto sehr gut.
Text: Rolf Hillyer-Funke