Biologin Janette Hagedoorn-Schüch vom Amt Naturschutz des Landkreises Stade überreichte die Plaketten und Urkunden an Pastor Martin Michalek und Kirchenvorstandsmitglied Silke Hansen. Sie ließ es sich nehmen, selbst die steilen Treppen hinaufzusteigen und die Nistkästen hoch oben in den Kirchtürmen zu begutachten. Die Hinterlassenschaften in Großenwörden – getrockneter Dotter und Federn – zeigten es deutlich: Dieser Kasten wird genutzt. „Es ist schön zu sehen, dass er so schnell angenommen wird“, sagt Vogelexperte Gert Dahms. Auf der Horst in Burweg flog beim Fototermin sogar ein Turmfalke aus dem Nistkasten des romanischen Gotteshauses und beobachtete das Geschehen von einer nahen Baumkrone aus. Im Nistkasten fand die Biologin sieben Turmfalken-Eier: „Ein toller Erfolg für das Artenschutzprojekt! Später im Jahr werden wir nachschauen, wie viele Jungvögel flügge wurden.“
Seit mehr als 15 Jahren informiert die Aktion „Lebensraum Kirchturm“, wie sich Kirchen mit einfachen Maßnahmen für die biologische Vielfalt engagieren können, etwa durch „tiergerechte“ Kirchturmsanierungen. Schließlich ist eine Kirche für viele Tierarten attraktiv. Im Bereich der Fensternischen können zum Beispiel Turmfalken brüten, so wie in Horst. Die Dachtraufe bietet Nistplätze für Mauersegler, im Dachgebälk halten sich häufig Fledermäuse versteckt. Die Spalten, Vorsprünge oder Nischen bieten ursprünglich höhlenbewohnenden Tieren einen hervorragenden Lebensraum. Das Projekt „Lebensraum Kirchturm“ wurde im Landkreis Stade 2009 vom Amt Naturschutz initiiert und wird seither als Gemeinschaftsaktion – unter anderem mit den evangelisch-lutherischen Kirchenkreisen Stade und Buxtehude und den Naturschutzverbänden Nabu und BUND sowie der Ornithologisch-naturkundlichen Arbeitsgemeinschaft (Onag) – weitergeführt.
„Die Aktion hat dank der positiven Kooperation zwischen Kirche und Naturschutz einen besonderen Stellenwert“, sagt Janette Hagedoorn-Schüch. „Mehr als 25 Kirchen wurden bereits im Landkreis Stade ausgezeichnet. Das zeigt, wie erfolgreich das Projekt ist.“ Dazu gehören unter anderem die Stader St.-Wilhadi-Kirche, die als eine der ersten die Plakette erhielt, und die Buxtehuder St.-Petri-Kirche ebenso wie die St.-Martin-Kirche in Assel und die St.-Primus-Kirche in Bargstedt. „Weitere Kirchengemeinden sind herzlich aufgerufen, ebenfalls diesen Artenschutz zu unterstützen“, wirbt die Biologin für die Aktion. Interessierte wenden sich an Janette Hagedoorn-Schüch unter der Telefonnummer 04141/12-6737 oder schreiben eine E-Mail an die Adresse naturschutz@landkreis-stade.de.
Quelle: Pressemitteilung des Landkreises Stade