In Oldendorf wird gerätselt, was auf dem Grundstück unterhalb des Feuerwehrgerätehauses entsteht. In Hammah gab es um den zuerst geplanten Standort Diskussionen. Die Auflösung: Es entstehen jeweils baugleiche Häuser zur Unterbringung von Geflüchteten -vor allem Familien und Alleinerziehende mit Kindern. Die Samtgemeinde fundiert in beiden Gemeinden als Bauherr und später als Vermieter der jeweils sechs Wohnungen (ca. 50 qm pro Wohnung).
Für den Samtgemeinderat war es unstrittig, zwei Häuser zu bauen, um die Unterbringung von Geflüchteten zu gewährleisten. Denn günstiger Wohnraum ist knapp und die Samtgemeinde ist für die Unterbringung von zurzeit etwa 350 geflüchteten Menschen aus rund 15 Nationen (überwiegend aus der Ukraine, aber auch aus Kolumbien oder Georgien).
Die Samtgemeinde legt Wert darauf, dass sich die Häuser nicht „in Satellitenlage“, sondern mit guter Anbindung mitten im Ort befinden. Die Standorte in beiden Gemeinden sind gut, mit kurzen Wegen zum Einkaufen, zur Schule und zu den Kindergärten. Hierfür hat die Samtgemeinde in Oldendorf das Grundstück in der ehemaligen Sandkuhle gekauft, auf dem sich bisher ein marodes Gebäude befand, dass auch schon als Unterkunft für Geflüchtete genutzt wurde. Das Gebäude wurde nun abgerissen und wird durch einen Neubau ersetzt.
Architekt Hendrik Kück vom Bremervörder Architekturbüro Tabery hat ein kostengünstiges Haus geplant. Es wird baugleich auch in Hammah, Am Steinacker für den gleichen Zweck entstehen. Es handelt sich um ein Haus mit Laubengang, welcher kostengünstiger als ein innenliegendes Treppenhaus ist und auch einen Aufenthaltscharakter hat bzw. als Begegnungsort dienen kann. Alle Innenwände sind Leichtbauwände, um auch eine andere Aufteilung innerhalb einer Wohnung und flexible Nachnutzungen zu ermöglichen.
Zu Beginn der Planungen hatte die Samtgemeinde mit rund 850.000 Euro pro Haus geplant. Nach der allgemeinen Steigerung der Baupreise sind nun jeweils rund eine Million Euro kalkuliert. Samtgemeindebürgermeister Falcke erläutert dazu „Durch die Mietkostenerstattung, die die Samtgemeinde für die Unterbringung Geflüchteter erhält und Mieteinsparungen der zurückgegebenen Wohnungen, ist der Bau der Häuser wirtschaftlich vertretbar. Wenn die beiden Unterkünfte in Oldendorf und Hammah fertig sind, wohnen rund ein Drittel der untergebrachten Menschen in eigenen Immobilien der Samtgemeinde. Damit ist die Unterbringung und Verfügbarkeit von Wohnraum besser planbar und der Fachbereich hat einen Handlungsspielraum, um auf spontane Unterbringungen reagieren zu können. Außerdem können wir dann einige bisher angemietete Wohnungen wieder in den freien Wohnungsmarkt zurückgeben.“
Der Samtgemeinderat hat in seiner Sitzung Ende Juni weitere Aufträge erteilt, dass alles planmäßig weiterläuft. Die Gewerke sollen jeweils etwa vier bis fünf Monate später von Oldendorf nach Hammah ziehen. Aber der Zeitplan ist ehrgeizig: Ende des Jahres will man in Oldendorf fertig sein. Restarbeiten könnten noch im Januar 2026 anfallen. Entsprechend ist für die Unterkunft in Hammah das Frühjahr 2026 ins Auge gefasst.
Architekt Hendrik Kück, Borris Hönke vom Fachbereich Bauen, Planung und Ordnung, Samtgemeindebürgermeister Holger Falcke und Ann-Cathrin Vollmers vom Fachbereich Asyl (von links)